Sabine Ebert schreibt über die Folgen von 1813

 

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Freitag: 10. April 2015

19.00 Uhr, Mehrgenerationenhaus Rötha.
Eintritt: 3 EURO

Gerne signiert Frau Ebert ihre Bücher und beantwortet Fragen zu den Hintergründen des Buches, welches längst vergangene europäische Geschichte erlebbar macht.

Eintrittskarten sind in der Bibliothek Rötha erhältlich.
Telefon: 034206 51556

 

Nach der Schlacht

Von Kerstin Decker

Als Napoleon 1813 in Leipzig von den Alliierten geschlagen ist, flieht er über den Rhein zurück nach Paris. Aber der französische Kaiser ist nicht endgültig besiegt. Er hinterlässt viele Elbfestungen – Dresden, Torgau, Magdeburg, Wittenberg, Hamburg – oder die Stadt Erfurt französisch besetzt. Seine Truppen sollen durchhalten, bis der Feldherr im nächsten Frühjahr mit neuer Armee zurückkommt. Stück für Stück erobern die Befreiungsmächte diese Städte zurück. Das Töten, Blutvergießen, Plündern, Hungern und das Sterben durch Seuchen gehen nach der sogenannten Völkerschlacht noch lange weiter. Deutsche Städte und Landstriche sind schwer betroffen, bis der Wiener Kongress 1815 den „Blutfrieden“ bringt und Grenzen und Staaten in Europa neu definiert.

Den Weg zu diesem Frieden, der über Hunderttausende Leichen geht, beschreibt die Leipziger Bestseller-Autorin Sabine Ebert im zweiten Teil ihres Völkerschlacht-Romans. Sie schont sich selbst und den Leser nicht, kniet sich tief in Blut, Leichenteile, Tierkadaver, Verwesungsgestank. Albträume beim Leser nimmt sie billigend in Kauf. Sie lässt die realen Akteure agieren – wie gewohnt historisch und militärisch gründlich recherchiert und nachprüfbar – und erfindet nur sehr wenige Romanfiguren.

Zu den erdachten Figuren gehört die junge Kriegswaise Henriette, die die Verbindung zwischen vielen historisch verbürgten Personen und Orten herstellt und außerdem das nötige Quentchen (tragischer) Liebesgeschichte ins Geschehen einbringt. Eine ungewöhnliche Arbeitsweise für eine Romanautorin, aber sie führt zur Erkenntnis: Geschichte an sich ist spannend, wenn man versteht, sie spannend zu erzählen.

Foto: André Kempner
Ausgabe: LVZ, Borna-Geithain
Datum: 07.03.2015

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