Anderen eine Freude machen

wintersonnenwende

erinnern Sie sich noch, welche Tradition Sie als Kind in der Weihnachtszeit am Meisten beeindruckte? Sie prägte? Fürs ganze Leben? Was ihnen auch heute noch in den Sinn kommt, sobald die sogenannte  „Stille Zeit“  beginnt?

Unsere Tochter war hellauf begeistert, wenn die Großmutter ihre geschnitzte Spieldose aufbaute, die nur bestaunt und nicht angefasst werden durfte. Wir Kinder drückten uns vor über 50 Jahren die Nase an den Fenstern von „Stadt Leipzig“ platt, weil dort der Verkauf von Spielwaren stattfand.
Unsere Enkelin wird sich ewig an die Eisenbahn erinnern, die im Schaufenster der Gärtnerei Dähne ihre Runden dreht.

Der „Geschenkemarathon“  geht in Deutschland bis ins 14. Jahrhundert zurück. Da begannen Handwerker, Putzmacher und Schnitzer Gebrauchsgegenstände und Spielzeug auf Märkten zu verkaufen.
Die Sitte, die Fenster mit Lichterfiguren zu erhellen ist darauf zurück zu führen, dass die Bergarbeiter im Erzgebirge früh im Dunkeln in die Stollen hinabgingen und abends im Dunkeln heimwärts kamen.

Die alten Germanen schmückten zur Wintersonnenwende ihre Häuser mit Immergrün – in der Hoffnung auf den nächsten Frühling. Noch etwas später hängte man sich Nadelbäume kopfüber von der Decke in die Wohnzimmer. Jede deutsche Prinzessin, wohin in der Welt sie auch immer heiraten (musste?)  nahm den Brauch des Christbaumes mit in die neue Heimat. Weil das aber nun gebildete Leute waren, stellten sie den Tannenbaum dann „richtig“ herum auf und schmückten ihn mit glitzernden weihnachtlichen Gebilden.

Und wir, wir Erwachsenen in der heutigen Zeit beginnen wieder uns Stress zu machen!
Deshalb möchte der Förderverein Rötha  etwas zur Besinnung beitragen und greift die alte Tradition des Wintersonnenwendfeuers wieder auf.
Zur Wintersonnenwende herrscht der kürzeste Tag und die längste Nacht, weil die Sonnenbahn fast unterhalb des Horizonts liegt.
Bereits im 4. Jahrhundert feierten die Germanen um die Wintersonnenwende das Julfest, wie es auch heute noch in Skandinavien heißt.
Roster, Plätzchen, Kinderpunsch und Glühwein sollen Sie auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen. Also halten Sie sich den Nachmittag des 4. Advents frei  und treffen Sie sich mit uns auf dem ehemaligen Schlossgelände. Im Anschluss daran findet in der Marienkirche ein kurzes Adventskonzert statt.

Auch in diesem Jahr sind wir von vielen privaten und öffentlichen Sponsoren unterstützt worden, die unser Schlosspark-Projekt ein ganzes Stück voran gebracht haben und denen wir zu großem Dank verpflichtet sind. Ein besonderer Dank geht an die Stadtverwaltung Rötha. Frau Kirsten und Herr Bürgermeister Haym halfen unbürokratisch bei der Vorbereitung unserer Aktivitäten rund um den Schlosspark. Rudolf Schröder vom Landesverein „Sächsischer Heimatschutz“ erklärte allen Interessierten die vielen verschiedenen Arten und Unterarten von Bäumen und machte uns auf besondere Schätze aufmerksam, die unser Schlosspark birgt.

Unverhoffte Hilfe wurde uns von Herrn Avena und seinen Leuten aus der Flüchtlingsunterkunft Rötha zu teil. Während des Parkseminars, welches an einem furchtbar verregneten Wochenende stattfand, halfen die Asylbewerber selbstlos bei der Reinigung des Schlossparks, während die Frauen ein wunderbares landestypisches Abendessen zubereiteten. Ein großes Dankschön auch an Achim Keil, Michael Kruck und die ganzen anderen fleißigen Helfer, ohne die das Parkfest und auch unsere Baumpflanzaktionen gar nicht möglich wären. Danke auch das Team Kubach / Rostalski, welches uns mit ihrer Musik das Fest der 1000 Kerzen wieder zu einem besonderen Erlebnis machten.

Und nun ist Weihnachten. Wenn ichs in Ruhe überlege, haben wir als Verein das ganze Jahr über Geschenke erhalten und daran Freude gehabt.  Geschenke und Freude in Form von großartiger Mithilfe bei der Verwirklichung unserer Projekte, wir haben eine Menge neue Leute kennengelernt die vorbei kamen und einfach mit anpackten, wo man es nicht erwarten konnte.

Wir wünschen allen Lesern geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein hoffentlich friedliches neues Jahr.

Ina Kunze im Auftrag des Fördervereins Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e.V.