Jungsteinzeitliche Ausgrabungen in Rötha

7,5 Tausend Jahre währt die Röthaer Geschichte bereits. Dies wurde nun nachgewiesen, als auf Grund des Autobahnbaus archäologische Ausgrabungen auf dem Gebiet zwischen Rötha und Espenhain durchgeführt wurden.

Dr. Stäuble vom Landesamt für Archäologie in Dresden, der am 27.01.2015 in der Lage war, die Röthaer hinterm Ofen hervor zu locken, berichtete eingehend über diese Grabung und machte an Hand von Grafiken deutlich, wie die Besiedlung in unserer Region einst vor sich ging. „Kein Abendland ohne Morgenland“  war sein Ausspruch (langsam auf der Zunge zergehen lassen). Denn unsere Vorfahren machten sich dereinst vom Zweistromland (das hatten wir mal in Geschichte –  das Land zwischen Euphrat und Tigris) auf den Weg, da es dort bereits ein bissel eng wurde.

Die Archäologen waren überzeugt, dass zirka 2 km vom Wasser entfernt eigentlich keine Siedlung stattgefunden haben konnte, nahmen deshalb an, dass die Siedlungsplätze auch hier an den Flüssen bereits besetzt waren und entdeckten einen Hausgrundriss, der die Form eines Schmetterlings aufweist. Stellen Sie sich ein Langhaus vor, welches beidseitig mit Flügeln versehen ist. Und die Flügel waren Gärten. Gärten in einer Größe von 200 – 500 Quadratmetern. Unseren Schrebergärten von heute gar nicht so unähnlich.

Da das Klima in der Zeit des Neolithikums etwa 2 Grad Celsius wärmer und trockener war, sind die Pfostengruben sehr gut erhalten, sodass die Archäologen bestens  zu unterscheiden wissen, welche Pfosten dem Haus und welche den Einfriedungen zuzuordnen sind. Da relativ wenige Artefakte, diese aber von hoher Qualität, gefunden worden sind nimmt man an, dass die Besiedlung an dieser Stelle möglicherweise nur sehr kurz gewesen sein kann.

Und noch etwas stellten Dr. Stäuble und seine Kollegen fest: Die Form der Werkzeuge hat sich in 7500 Jahren nicht großartig verändert! Ein Hammer sah auch zu diesen Zeiten schon aus wie ein Arbeitsgerät, welches wir heute benutzen – nur eben aus Stein gefertigt. Daher auch die Bezeichnung Steinzeit.

Ina Kunze im Auftrag des Fördervereins Rötha-Gestern. Heute. Morgen.